Reisebericht von Thomas und Bettina Großschädl:
Nach unserer ersten Tour voriges Jahr war klar, dass es heuer eine Fortsetzung geben wird, da sich der Großteil einig war, fix wieder dabei zu sein.
Streckenideen hatte ich schon genug im Kopf. Ich wollte, nachdem wir mit der 1.0 Tour den Osten unsicher gemacht haben, mit der 2.0 Tour in die westliche Region.
Also stand das Murtal im Fokus!
Die Strecken waren schnell geplant, dabei wurde klar, dass die 2.0 Tour was Strecken und Länge betraf noch eines oben drauf setzten wird. Es sollten heuer doch min. 650km werden. Doch die Terminfindung war nicht ganz so einfach. 2025 standen sehr viele Treffen an, aber schließlich bot sich der 25. – 27.07. an.
Im Juli versprach das Wetter zu halten, was die Langzeitprognosen versprachen und die obligatorischen Strecken-Checks waren eigentlich reine Formsache. Da heuer in der Region zum Glück keine größeren Unwetter gewütet hatten.
Leider sollte sich mit Juli alles ändern und das Wetter so unstabil werden wie schon lange nicht mehr. Somit war warten und hoffen angesagt. Es sah dann kurz so aus als ob sich das Wetter bis zu unserem Wochenende wieder beruhigen würde. Leider war dieser Hoffnungsschimmer nur von kurzer Dauer.
Somit war ein Gruppenentscheid nötig, ob wir Fahren oder verschieben, wobei vor Ende August kein neuer Termin möglich wäre.
Die Entscheidung viel schwer, aber am Ende waren wir uns einig, dass wir es doch versuchen und aufs Beste hoffen. In meinem Kopf ging sofort die Suche nach Alternativen los, sollte uns das Wetter wirklich einen Strich durch die Rechnung machen. Leider boten die gewählten Routen keine wirklichen Alternativen. Sollte das Wetter nicht passen, muss also eine komplett andere Strecke her.
Also entschied ich alles auf mich zukommen zu lassen und dann wirklich flexibel „last minute“ anhand der Wetterkarte zu entscheiden wo es hingeht, in der Hoffnung, dass es nicht so weit kommt.
Dann war er da, der Freitag!
Wir treffen uns in Bruck bei der Jet Tankstelle und Fahren dann über Seckau zum Red Bull Ring. Dort sollte natürlich das Foto vorm Bullen nicht fehlen und ein Besuch in Welcome Center und der Fahrzeugausstellung stand auch am Programm. Zurück sollte es dann auf Umwegen über Traboch und Gai nach Bruck gehen. Runde 150km sollten wir so am Freitag schon fahren.
Der Tag begann mit verschleiertem Himmel, da große Dunstmassen aufstiegen. Der Wetterbericht hatte sich leider nicht zum Besseren gewand, somit war Hoffen und Bangen angesagt. Es musste nicht schön sein, trocken würde uns schon reichen!
Um 09:00 Uhr zeigte sich das Wetter noch von seiner schönen Seite und bei uns daheim kam sogar etwas die Sonne durch. Leider wollte sie aber nicht lange bleiben.
Um 11:00 Uhr belade ich die Vespas, der Himmel sieht dabei schon sehr nach Regen aus. Am Weg nach Bruck zum Treffpunkt wird es etwas freundlicher und ich bin guter Dinge, dass es vielleicht doch nicht ganz so schlimm kommt.
An der Tankstelle werden wir schon von Hilde, Schurl und Hati erwartet. Nach kurzer, aber herzlicher Begrüßung starten wir auch schon unsere Tour, um möglichst trocken durch den Nachmittag zu kommen.

Je weiter wir Richtung Murtal kommen desto dichter und größer werden die Wolken. Beim ersten Stopp bei der Benediktinerabtei in Seckau sieht es noch verhältnismäßig gut aus. Wir machen uns trotzdem etwas früher auf den Weg Richtung Gaal. In Graden dann leider die ersten Tropfen. Zu unserm Glück hören diese aber auf je näher wir dem Red Bull Ring kommen.

Die Truppe staunt etwas unter ihren Helmen als ich sie von der Rückseite der Schönberggeraden direkt an den Ring zum Bullen führe. Wir parken direkt vor dem Bullen und machen die obligatorischen Fotos. Nebenbei könne wir dem Training der Teilnehmer des Rupert Hollaus Gedenkrennens etwas zusehen.

Leider holt uns dann ziemlich plötzlich das Wetter wieder ein und nach den ersten Tropfen beschließen wir zügig die Weiterfahrt anzutreten. Somit fällt die Fahrzeugausstellung im Welcome Center leider aus. Dafür bekommen wir nur ein paar Tropfen ab, die nicht weiter stören.
Obwohl es den ganzen Weg zurück über Knittelfeld, Ungendorf und Preg bis nach St. Stefan ob Leoben tröpfelt, bleibe ich in St. Michael kurz zur Beratung stehen, da wir eigentlich über Traboch und Gai fahren wollten, dort aber dunkle Wolken und Regen zu erkennen sind. Deshalb beschließen wir die Tour zu verkürzen und schon etwas früher beim Griechen in Arndorf einzukehren.

Dort angekommen beginnt es auch schon stärker zu tröpfeln. Also alles richtig gemacht. Der große Regen bleibt zwar aus, aber das stört uns beim Essen eher weniger.
Nach ausgiebiger Stärkung geht es dann die letzten Kilometer Richtung Heimat, die Straße verrät uns, dass wir alles richtig gemacht haben, denn je weiter wir Richtung Tragöß kommen desto nasser wird es. Zum Glück aber nicht von oben.

Leider verspricht der Wetterbericht für morgen aktuell nichts Gutes, der Vormittag soll demnach komplett verregnet sein. Wir studieren also div. Wetterkarten und hoffen aufs Beste, eine Abstimmung morgen Früh in der WhatsApp Gruppe soll dann Klarheit bringen, was wir machen werden.
Leider sollte es in der Nacht noch schlimmer kommen. Regen in rauen Massen und zusätzlich gesundheitliche Probleme, bei einem aus der Gruppe, lassen uns keine Wahl und wir müssen das Wochenende abbrechen.
Bei einem gemeinsamen Frühstück werden aber bereits Pläne für die Fortsetzung geschmiedet. Das Wetter gibt uns unterdessen Recht, denn es schüttet fröhlich vor sich hin. Um 11:00 Uhr brechen Schurl und Hilde dann bei noch immer starkem Regen Richtung Heimat auf.
Aufgeschoben ist nicht aufgehoben und somit fixieren wir nach gründlicher Prüfung div. Kalender das letzte Augustwochenende vom 29-31.08. In der Hoffnung, dass dann endlich stabiles Wetter herrscht und vielleicht noch der eine oder andere Clubkollege Zeit hat uns zu begleiten.
Leider sollten sich bis auf Hilde und Schurl keine weiteren Mitstreiter finden ☹
Beim Treffen in Feldbach besprechen wir noch letzte Details für unseren zweiten Anlauf und sind guter Dinge, da das Wetter zu halten scheint.
Leider verschlechtert sich der Wetterbericht wie schon beim ersten Versuch Zunehmens, je länger die Woche dauert. Zwar nicht ganz so schlecht wie das letzte Mal, aber der Samstag wird wohl oder übel nass werden.
Da war er nun Freitag der 29. und mit etwas Glück sollte er trocken bleiben.
Wir treffen uns um 14:00 Uhr bei der Jet Tankstelle und entscheiden die Freitagsrunde vom Vorjahr in umgekehrter Richtung zu fahren. Denn obwohl der Himmel ziemlich wolkenverhangen ist, sieht es in die Richtung am vielversprechendsten aus.

Also starten wir von Bruck Richtung Breitenau, wo wir diesmal trocken über den Eibeggsattel und durch das Jasnitztal kommen. Flott geht es voran und spontan legen wir einen Stopp in Wartberg ein, wo ich im Jahr zuvor wegen einem gerissenen Schaltseil stehen bleiben musste. Ohne Defekte und mit bester Laune machten wir uns nach einer kurzen Pause wieder auf, um durch die Veitsch, über den Pretalsattel unsere Labe Station in Turnau zu erreichen. Unsere Vespas nehmen den Berg ohne mit der Wimper zu zucken und so erreichen wir entspannt das Café Seidl in Turnau, wo wir uns einen Kaffee mit einem leckeren Stück Kuchen gönnen. Dabei Plauschen wir gemütlich über alles Mögliche.

Gestärkt steigen wir wieder auf unsere Vespas und nehmen mit dem Pogusch den nächsten Berg in Angriff. In St. Lorenzen entscheide ich spontan, die langweilige Bundesstraße Richtung Bruck links liegen zu lassen und stattdessen einen kleinen Umweg über Pogier und Parschlug zu nehmen.
Nach ca. 130km sind wir dann wieder zurück in Bruck und trennen uns nach kurzer Lagebesprechung an der Turmöl Tankstelle auf. Der Samstag wird nass und nach Möglichkeit möchten wir den feuchten Segen von oben so gut es geht aus dem Weg gehen, darum werfe ich als Alternative zum Sölkpass eine Runde über das Niederalpl, Mariazell, Lunz am See und Eisenerz in die Runde.
Zurück daheim wird der Routenplaner angeworfen und in Verbindung mit dem Wetterbericht, ist schnell klar was unser Plan für morgen sein wird!
Der Wecker läutet und der Blick durch den Spalt der Rollo lässt mich hoffen. Leide nur kurz, denn nach einem Blick durch das offene Fenster, ist klar der Wetterbericht wird wie vorhergesagt eintreffen.
Als wir Richtung Bruck zum Treffpunkt aufbrechen, wird der Himmel zu unserer Überraschung aber deutlich freundlicher.
In Bruck besprechen wir noch schnell die Strecke und starten gleich los um nicht unnötig Zeit zu verlieren. Im Thörlgraben ist es zwar ziemlich frisch, aber immerhin blinzelt ab und zu die Sonne durch. Bei einer kurzen Rast am Seeberg genießen wir dann ein paar Sonnenstrahlen, bevor wir über das Niederalpl und den Lahnsattel die Runde fortsetzen. Da das Wetter deutlich freundlicher ist, als zuerst erwartet, legen wir noch einen mehr oder weniger spontanen Stopp beim Wasserfall zum Toten Weib ein. Ein kurzer Fußmarsch bis zum Wasserfall bringt dann auch wieder leben in die schon etwas steifen Finger.

Obwohl wir nicht übermäßig lange dort verweilen, schlägt das Wetter in dieser Zeit bereits um. Als wir wieder zurück bei unseren Vespas sind zeigt sich der Himmer bereits grau in grau und von der Sonne fehlt schon jede Spur.
Also machen wir uns auf und durchqueren Mariazell, ein kurzes Stück nach St. Sebastian halten wir beim Erlaufsee. Eigentlich sollte es nur ein schnelles Foto werden, wir entschließen uns aber ein paar Minuten länger zu bleiben und uns mit einem Heißgetränk aufzuwärmen.

Der Himmel in Richtung Lunz am See lässt uns nichts Gutes erahnen. Dennoch entscheiden wir uns für die Weiterfahrt. Über den Zellerrain geht es noch gut und auch die Temperatur ist noch im grünen Bereich, leider sollte sich das in ein paar Kilometern ändern.
Etwa 10km vor Lunz setzt Nieselregen ein, der sich optisch schon bei der Abfahrt am Erlaufsee angekündigt hat. Zum Glück ist dieser aber nicht sehr stark und so werden wir bis wir unseren Stopp fürs Mittagessen erreichen nicht wirklich nass.
Im Zellerhof werden wir bestens versorgt und wir lassen es uns schmecken. Immer wieder der Blick aus dem Fenster, was das Wetter so gerade macht. Laut Wetterbericht hätte der Regen erst gegen 14:00 Uhr einsetzen sollen, leider tut er uns diesen Gefallen nicht und es regnet immer wieder leicht.
Schließlich entscheiden wir uns aufzubrechen, da es gerade nicht regnet. Zur Sicherheit schlüpfen wir aber gleich vor der Abfahrt in das Regengewand, zumal wir den Luxus eines überdachten Parkplatzes genießen. Und als hätte der Regen nur auf uns gewartet, beginnt es genau als wir starten auch schon wieder zu tröpfeln.

Nach dem Motto, jetzt erst recht steuere ich nun auch noch zum See, um das obligatorische Foto zu machen! Denn schlimmer kanns ja nimmer werden und eingepackt sind wir ja auch.
In Göstling müssen wir dann auch was für unsere Vespas tun und wir tanken voll, der gemütliche Landregen zeigt sich unterdessen bis ca. Palfau unbeeindruckt von unserer Anwesenheit. Dann lässt er endlich nach, bis es sogar ganz aufhört zu regnen. Am Präbichl legen wir am Aussichtspunkt eine kleine Pause ein und wagen sogar zu hoffen trocken nach Bruck zu kommen, da es am Himmel gar nicht so schlecht aussieht.

Doch wenige Kilometer darauf wird unsere Hoffnung gleich wieder zu Nichte gemacht. Als wir in St. Peter-Freienstein den Blick nach Leoben richten, sehen wir eine schwarze Wand auf uns zukommen.
Kurz darauf setzt auch schon der Regen ein, der schnell stärker wird. So stark, dass ich beschließe in Leoben in einer Tankstelle Zuflucht zu suchen. Ungefähr 25 Minuten warten wir bis der Regen wieder nachlässt. Zwar sehen wir das um Bruck herum noch immer ein großer Schauer nieder geht, jedoch müssen wir auch nach Hause kommen. Also fahren wir los, um in Foirach wieder in den Starkregen zu kommen, zum Glück aber nur für wenige Kilometer den in Oberaich sind wir bereits wieder aus dem schlimmsten raus, jedoch sollte uns der Regen bis Heim vor die Haustür begleiten.

Da es erst kurz nach 17:00 Uhr ist als wir uns wieder trockengelegt haben, beschließen wir per Auto noch einen Sprung bei Hilde und Schurl vorbei zu schauen und alles für morgen zu besprechen.
Da beide das Gesäuse am wenigsten gut kennen, von den beiden Optionen die wir haben, fahren wir die Sonntags Ausfahrt wie ursprünglich geplant.
Der Sonntag startet mit dunklen Wolken in den Bergen! Verdammt, nicht schon wieder schlechtes Wetter, laut Wetterbericht sollte es heute doch schön werden.
Schnell wird per App das Wetter und das Niederschalgsradar gecheckt. Puhh, Entwarnung, es sollte uns heute kein Tropfen von oben drohen.
Beim Treffpunkt in Bruck scheint dann auch schon die Sonne, als ob nie was gewesen wäre. Wir nehmen also unsere Route über Leoben zum Präbichl, wo wir kurz für ein Foto halten. Auf 1200m pfeift uns aber ein eisiger Wind um die Nasen und auch die Wolken sehen sehr nach Regen aus. Schnell lassen wir also den Präbichl und Eisenerz hinter uns und biegen ins Gesäuse ein.

Das Wetter ist hier deutlich freundlicher, auch wenn die Temperaturen nicht sehr hoch sind. An der Eisenbahnbrücke über den Ennskaskaden machen wir einen kurzen Stopp für ein paar Fotos und um unsere Finger wieder etwas aufzuwärmen. Bevor wir über die Kaiserau und die Hohentauern den letzten Abschnitt unserer Tour erreichen. Dieser führt uns übers Gaberl nach Bärnbach. Am Gaberlhaus kehren wir ein und in Bärnbach im Eissalon Corso genehmigen wir uns dann die Nachspeise. Gleichzeitig ist das auch der Endpunkt unseres Wochenendes und wir trennen uns dort und jeder fährt wieder seiner Wege.

Unser Heimweg führt uns über das Geistthal, Stübing, Frohnleiten und Bruck. Bei herrlichem Wetter bringen wir die letzten Kilometer hinter uns und sind glücklich, dass alles ohne Probleme gelaufen ist. Zwar etwas feucht aber dennoch schön!
Leider wurde uns der Sölkpass verwehrt, aber der kommt dann 2026 an die Reihe!
Club Scooteria Leibnitz
